Archive for January, 2008

Licht

31. January 2008

Des Dunkelen natürlich Feind
Ist wenn ein Stern ein Lichtlein weint

Das lebensfroh gedeiht und sprießt
Wenns brechend leis durch Schwärze fließt
Das sich vermehrt und Hoffnung gibt
Wenns Schatten aus den Ecken schiebt

Das Liebe löst mit warmem Schein
In höchster Form, wie Glas so rein

Das zünden kann mit heißer Glut
So weiß wie Schnee, so rot wie Blut
Das Döme baut aus purem Gold
So es durch freie Lüfte tollt

Das Dunkele hat keine Macht
Solang ein Stern noch Lichter lacht

Untergang

30. January 2008

Am purpurroten Horizont
Brennt ein kleines Licht
Es stammt von einem Kerzenstump
Man ruft zum Todgericht

Das letzte Mahl der Sonne
Heut Abend brennt sie aus
Im Sterben blickt sie traurig
Auf ihren Leichenschmaus

Am Himmel lodern Farben
Das Grab ist bunt geschmückt
Sie sinkt hinab in Schatten
Den Strahlenkranz verrückt

Die Kerze lischt, der Mond ersteht
Die Sterne blinzeln schwach
Sie tanzen nicht, sie weinen leis
Die Erde atmet flach

Ein Wind verwirbelt Schwärze
In der Luft liegt Staub
Die Nacht verblüht das Licht
Der Tod ist blind und taub

Das Leben hat ein Ende
Es ist ganz ohne Leid
Aus nichts heraus zurück ins Nichts
Der Henker nennt sich Zeit

Die Legende vom Schwarzen Herz

29. January 2008

Einst herrscht die Welt ein magisch Stück
Ein schwarzes Herz, durchpumpt von Tück
Das Volk war schwach, das Herz war stark
Wollt ebnen aller Weg ins Grab

Denn es war ganz vom Tod verätzt
Sodass es bald die Welt zersetzt
Gab frei die Pest und Kriege
Solch ohne Heil und Siege

In sein rußschwarzes Schloss aus Stein
Kam kein Mensch zum Erlösen rein
Gebaut in einem Höllenmeer
Gabs keinen Weg für jemands Heer

So hätte man wohl bald verloren
Wär nicht eine Idee geboren
Rief Geister an, fünf an der Zahl
Die nehmen sollten alle Qual

Man gab den Wink, sie stießen vor
Sperrt auf der Rettung wartend Tor
Flogen in die Burg des Wahn
Umzingelten das Hassorgan
Und einer nach dem andern schwor
Die Zauberkraft aus Nichts empor

Der Wassergeist brach weiße Wellen
An denen sollt das Herz zerschellen

Der Erdengeist schoss Felsen schwer
Aufs Herz mit Wucht wie ein Gewehr

Der Feuergeist mit Funkenstürmen
Verbarg das Herz in glühnden Türmen

Der Windesgeist die Luft zerschlug
Und Donner durch das Herzen trug

Doch als der Lichtgeist Lichter spuckt
Das Herz voll Schmerz zusammenzuckt
So ihm entfuhr ein heller Schrei
Des Lebens Werk war wieder frei

Der Ton ertönt von Ost nach West
Von Nord nach Süd, der Laut hieß Fest
Verschwand die Pest, der Krieg, die Not
Man jubelte, der Tod ist tot!

___

Ja… Teilweise sind die Reime ein bisschen doof, aber was solls.

In der vorletzten Strophe waren ursprünglich noch zwei weitere Verse enthalten; die haben mir allerdings so gut gefallen, dass ich sie hier ausgebaut und dafür als Grundlage für ein anderes Gedicht benutzt hab. Aber ich denke, inhaltlich klappts auch so…

Wahre Freiheit

28. January 2008

Ich bin kein Tier, kein Federvieh
Ich bin ein Gott der Lüfte
Ich fahr auf süßen Brisen Ski
Ich spring durch ihre Klüfte.

Ich segle auf den Wolken
Ich schwimme durch die Luft
Ich trinke mit dem Geiste
Der Freiheit süßen Duft.

Ich lieb die Sonne so wie mich
Ich rase mit ihr mit
Wohin sie zieht, ich bin bei ihr
Ich halte mit ihr Schritt.

Ich gebe Phrasen neuen Sinn
Frei wie der Wind, das bin
Ich alle Zeit und immerdar
Der Himmel ist Gewinn.

Die Erde ist ein schlechter Ort
Ich hasse sie so sehr
Nur ich, mein Freund, ja ich, nur ich
Bin grenzenlos und leer!

___

Einer meiner persönlichen Lieblinge. :)

Was sagt ihr? ^^

Das Reh

27. January 2008

In schwarzer Nacht
Beim Teich, beim See
Hat’s KLATSCH gemacht
Das war ein Reh.

In schwarzer Nacht
Beim Berg, beim Hügel
Hat’s DONG gemacht
Am Benz-Kotflügel.

In schwarzer Nacht
Beim Dong, beim Klatsch
Hat’s BUMM gemacht
Das Reh ist Matsch.

___

…Ja, schlecht, ich weiß. *g*

Unendlich

26. January 2008

Unendlich, hört nicht auf!
Behauptet man vom Raum
Doch denkt man drüber nach
Klappt diese These kaum.

Der Umkehrschluss hingegen
Ist ebenso arg wirr
Ne Wand im All, or what?
Das ist doch total irr!

Wenn’s echt unendlich ist
Wird man es nienicht wissen
Zum Nachschaun hinfahrn, nein
Das kriegt man nicht geschissen.

Und ist’s es nicht
Das kann man garnicht denken!
So müssen wir uns wohl
Auf’s Grübeln drum beschränken.

___

You are the devil, we are the D, we are the D, we are the D, we are the D, we are the D, we are the D,…

Das is wieder ein etwas dämlicheres Gedicht. *zugeb* ;)

Hitze

25. January 2008

Ich steh im Eis
Mir ist nicht kalt
Der Schnee umher
Ist glühend weiß

Es ist das Eis
Doch Wasser nur
Gefrorenes
Wie ich wohl weiß

Ich hass das Eis
Ich liebe es
Der Schnee umher
Ist blendend heiß

Das Eis ist Eis
Kein Wasser, nein!
Ich atme schwer
Mir fließt der Schweiß

Erstarrt zu Eis
Auf meiner Haut
Erfriere ich?
Der Schnee ist heiß

Ich steh im Eis
Es ist so kalt
Der Tod trägt schwarz
Mein Herz ist leis

Nein.

24. January 2008

Der Mond ist nur ein Käsestück
Die See ist tief wie Stahl
Ein Regenwurm frisst niemals Glück
Ein Handschuh ist kein Schal.

Die Sonne ist ein roter Baum
Die Luft ist dünn wie Stein
Ein Adler hat den Kopf voll Schaum
Ein Whiskey ist kein Wein.

Der Nordstern ist ein Roggenbrot
Das Land ist fest wie Gas
Ein Büffel hat ein Herz aus Schrot
Ein Kessel ist kein Glas.

Die Erde ist ein böser Ort
Der Mensch ist dumm wie schlecht
Ein Gott ist schon zu lange fort
Ein Leben ist kein Recht.

Zeitlos

23. January 2008

In silberweißem Wüstenschutt
Liegt eine Uhr
Sie ist kaputt.

Die Zeiger zeigen Viertel Vier
Das mag schon sein
Jedoch nicht hier.

Der Kuckuck fiel vom Ast, war tot
Das Pendel sitzt
Nicht mehr im Lot.

Die Räder hängen fest schon lang
Seit Sand in das
Getriebe drang.

Auch lief die Batterie mal leer
So gibt sie nun
Kein’ Strom mehr her.

Das Werk steht still, die Zeit tut’s nicht
Geht beides hin
Im Wüstenlicht.

Ol’ Johnny

23. January 2008

Ol’ Johnny wankt in Rosie’s Bar
Er gar nicht rempeln wollt
Ein Whiskey, Keeper, aber schnell
Doch jemand zieht den Colt.

Ol’ Johnny kriecht aus dem Saloon
Er stinkt nach frischem Blut
Ein Einschussloch im linken Knie
Doch sonst geht es ihm gut.

Ol’ Johnny liegt am Straßenrand
Er läuft bedächtig leer
Ein Fluch zersplittert seinen Mund
Doch sonst hört man nichts mehr.

Ol’ Johnny ist im Dreck verscharrt
Er hat den Kopf voll Sand
Ein Drogentod der ersten Stund
Doch niemand es so nannt.