Archive for June, 2008

Bewölkt

28. June 2008

Strandlied

19. June 2008

Inmitten von Amerika
In Mexiko ist’s wunderbar
Am Sandesstrand so rot wie Glut
Lebt sich das Leben doppelt gut

Im heißen Mittagssonnenschein
Steht dort ein Haus, recht alt und klein
Worin schon mancher Strandtourist
In großer Not sich leergepisst

Am roten Strand von Mexiko
Steht klein und alt ein Dixiklo
Die Örtlichkeit am roten Strand
So schön in rotem Strandessand

Die rote Tür hängt schief hinaus
Ein Holzdach deckt’s Toilettenhaus
Und von den Wänden blättert Lack
Auf Stein und Sand, braunrot wie Kack

Am roten Strand von Mexiko
Steht klein…

Ist’s zwar nicht schön von außen her
Wär’s ohne es am Strand gar leer
Denn’s Haus im Sand ist stark von Wert
Für jeden, der den Strand beehrt

Am roten Strand von Mexiko
Steht klein…

Wer nun so lang beim Sonnen bleibt
Dass ihm’s den Harn ins Auge treibt
Muss nicht den roten Sand beschmutzen
Kann einfach’s Pinkelhaus benutzen

Am roten Strand von Mexiko
Steht klein…

Drum wird das Klo mit Tradition
In hundert Jahrn auch noch dort stohn
Weil jeder Mexikotourist
Nicht gern ins blaue Wasser pisst

Am roten Strand von Mexiko
Steht klein…

Walpurgis

7. June 2008

Begab es sich vor hundert Jahr
Dass Donnerzorn am Himmel war
Zur wunderlich Walpurgisnacht
Als Hexenchor vom Blocksberg lacht

Dieses war die erste Zeit
Dass Blitz die Arme wandte weit
Zur Nacht der schrecklich Zaubersprüche
Und grausend schweflig Ungerüche

Der Hexenmeister, alt und weis
Hatt vorgesagt, wenn Blitz zuckt leis
Und darauf grollend Donner rollt
Zur Hexennacht, dann ist’s gewollt

Dass tausend magisch Tränke fließen
Und seltsam Worte sich ergießen
Droben auf dem Bergeskopf
Getan von rotem Hexenzopf

So dies erfüllt bis Sonnes Strahl
Vom Horizont steigt abermal
Das Volk der Hexen werde groß
In jeder Sicht und grenzenlos

Drum Weibervolk hoch auf der Kuppe
Kocht fleißig seine Wundersuppe
Lichtumzuckt und lärmumdröhnt
Den heuen Schopf vom Wind durchföhnt

Und Kunigund mit rotem Haar
Die einzig war der Hexenschar
Schwang den Löffel doppelt rau
Als jede andre Kräuterfrau

So werkten sie die halbe Nacht
Und hatten nicht den Mob bedacht
Der stellte jedes Jahr sich bang
Am Bergesfuß und Fackeln schwang

Die Hexen bisher stets verjagten
Den Mob mit Sprüchen, die sie sagten
So wurde niemals Leid vermocht
Zu tun an Weib, das friedlich kocht

Doch dies Jahr warn sie abgelenkt
Da wichtig war, wer Löffel schwenkt
Und so das Pack mit Kampfesruf
Den Gipfel stürmt auf Rosses Huf

Überrascht, unvorbereit
Riss so mancher Hals und Kleid
Unter schweren Eisenstreichen
Welch Lebensgeist vertat zu Leichen

Doch kampflos gab nicht auf das Weib
Der Kunigundes grollend Leib
Erhob sich jäh vor Blitzesast
Und brüllt gen Mannen Zauberlast:

“Verflucht seid ihr, ihr Mörderpack
Auf dass der Blitz die Bäum abhack
Die neben euren Häusern ragen
Und Löcher durch die Dächer schlagen

Und Kind und Weib vom Leben gehn
Könnt sie in Höllen wiedersehn
Denn dorthin werden sie gebracht
Auf dessen Grund, was ihr hier macht!”

Dann traf die Kunigund ein Pfeil
Ins schlagend Herz wie Todes Beil
Kopfüber fiel sie in die Suppe
Leblos und tot wie eine Puppe

Die übrig Weib flohn wie der Wind
Sie wussten, was nun würd stattfind
Die Suppe kocht, stob hoch im Strahl
Fontänengleich und brachial

Dann Wasser aus dem Sargestopf
Ergoss sich über Mörderkopf
Setzt sie in Brand, ihrn Fackeln gleich
Bis dass die Luft von Aasrauch reich

Sturm und Regen in der Nacht
Entfalteten die volle Macht
Und wuschen weg der aller Leichen
Von Berg und Hof und alle Zeichen

Welch zeugten von den Gräueln schwer
Die heut sind hundert Jahre her
Der Kunigundes Topf jedoch
Auf Blocksberg steht auch heute noch

Rot Blau

1. June 2008

Tatütata
Zu spät, schon tot
Das Licht blitzt blau
Das Licht blitzt rot
Und mancher denkt sich abgelenkt
Achjechen, schau
Zu spät, schon tot
Tatütata
Tatütata