Archive for September, 2008

Gute-Nacht-Gedicht

29. September 2008

Ein Vögelchen fliegt (singi-sangi)
An Tannenzapfen (hingi-hangi)
Vorbei und streift mit Swuschi-Wuschi
Ein Eichenhörnchen (Fluschi-Huschi)

Weswegen dieses (krichi-krachi)
Zu Boden saust und (lichi-lachi)
Das Vögelchen im Spusti-Prusti
Fast mit ihm fällt (stark Wusti-Husti)

Stattdessen und mit Bäng-Käräng
Fliegts vor nen Stamm (Dä-Dängel-Däng)
Weshalb es wie das Eichi-Eich
Herabstürzt in den Teichi-Teich

In diesem gibts dann (plitschi-platsch)
Ne Wasserschlacht und Matschi-Matsch
Die beiden findens tolli-toll
Schmiern sich mit Modder volli-voll

Bis sie zurückkehrn (schnaufi-schnauf)
Zum Lebensraum hinaufi-nauf
Sie gehen schlafen (wohni-wohn)
In Nesti-Nest und Kroni-Kron

Wetterphilosophie

27. September 2008

Ab und an jagt mich der Blitz
Das ist, wenn ich ums Häuschen flitz
Splitternackt im Regen renne
Und Dinge bei dem Namen nenne

Dann knallt der Himmel voller Zorn
Mir Licht um Licht um Licht vors Horn

So mancher sagt, der hat selbst Schuld
Wozu auch dieser irre Kult?
Doch mal ganz ehrlich, liebe Leute
Wenns niemand tät, wo wärn wir heute?

Schwarz Weiß

24. September 2008

Weiß die Wand und weiß die Decke
Er sitzt stumm in seiner Ecke
Er zählt die Zeit, er zählt sie, zählt
Die Zeit, die von den Wänden schält

Embryonal, hat man diktiert
Sei, wie er sitzt und wie er stiert
Er stiert nur stumm an weiße Wände
Bewegt den Mund und seine Hände

Zählt sie schon hunderttausend Mal
Stiert stumm durch Wände, weiß und kahl
Er zählt die Zeit und bricht die Hände
Er zählt sie stumm bis an ihr Ende

Finanzfrost

22. September 2008

Manhattans Bild scheint heut verzerrt
Denn die Wall Street ist gesperrt
Neugier lugt von Süd und Nord
CNN ist auch schon dort

Dem Grund dafür auf dem Asphalt
Wird langsam aber sicher kalt
Ein Löwe, frisch aus Afrika
Ist sehr erbost auf das Klima

Er hat ein Blatt Papier gelesen
(Das war beim Abendbrot gewesen)
Auf dem stand, wer laut brüllen kann
Der schafft hier sehr viel Geld heran

Und freilich, er als Königs-Tier
Braucht wohl das meiste Wertpapier
Doch das, was ihn erschreckt hat schier
Ist diese fiese Kälte hier

Reklameliedchen

18. September 2008

Dein kleiner Spross macht dir nur Kummer?
Er bringt dich nächtlich um den Schlummer?
Du denkst dir öfter “KIND, es REICHT!”?
Verzweifel nicht! Es ist so leicht:

Sperr ihn in den Fleischwolf ein!
Dreh ihn klitzeklein und fein!
Arbeite mit aller Kraft!
Dann hast du es schon bald geschafft:

Du kannst ihn braten und garnieren
Lecker würzen und servieren
Musst zwei, drei Tage sonst nichts kochen
Und nie mehr für das Kind malochen

Drum sei nicht dumm und ruf uns an!
Egal von wo, wie spät und wann
Den ganzen Tag lang sind wir da:
Drehkind KG – Ai, wunderbar!

Kanaltheater

16. September 2008

Manhattans Bild scheint heut verzerrt
Denn der Broadway ist gesperrt
Neugier lugt von Süd und Nord
CNN ist auch schon dort

Der Grund dafür guckt aus dem Gulli
Ein Krokodil im Tiger-Pulli
Hämisch bleckt es sein Gebiss
Als denke es “Wozu der Schiss?

Noch nie ein Krokodil gesehen?
Auf mich sollen die Männer stehen!
Bin modisch toll und sowieso
Ein Super-Bühnen-Cats-Kroko!”

Irgend

14. September 2008

Ich las letzt in so einem Blatt
Von wem, der was gesehen hat!

Ein Ding, sagt er, hätt sich bewegt
Von A nach B sei es gefegt
Dabei hat jemand rausgeguckt
Und irgendwas hinausgespuckt
In einer Farbe hat’s geblinkt
Und plötzlich hat’s abstrakt gestinkt

Ganz echt, ich glaub, ich hab das auch gesehen
Man sollte auf die Straße gehen
Und gegen sowas demonstrieren
Das darf nicht noch einmal passieren!

Schultage?

12. September 2008

Hey, ho, Rockenroll
Es donnert dir die Hucke voll
Jeder Zentimeter bebt
Wenn Rockenroll durchs Zimmer schwebt
Hey, ho, Rockenroll
Roll zu Dur und Rock zu Moll

Hey, ho, Rockenroll
Diese Mukke ist echt toll
Die Ohren klingeln jedes Mal
Denn Rockenroll ist erste Wahl
Hey, ho, Rockenroll
Roll zu Dur und Rock zu Moll

Hey, ho, Rockenroll
Lass ihn raus, den ganzen Groll
Spring und tanze, brüll und schrei
Mit Rockenroll geht Wut vorbei
Hey, ho, Rockenroll
Roll zu Dur und Rock zu Moll

Hey, ho, Rockenroll
Schreib es dir groß ins Protokoll
Alles wird schon bald sehr gut
Wenn jeder rockenrollen tut
Hey, ho, Rockenroll
Roll zu Dur und Rock zu Moll

Regen (Rutz-Version)

9. September 2008

Regen stürzt vom Himmel nieder
Singt in Gassen kalte Lieder
Leckt an Glas und beißt in Stein
Füllt Löcher auf mit fadem Wein
Spült schwarze Schlieren aus dem Schmutz
Und mitten drin steht Wolfgang Rutz
Er steht dort starr in innrer Stille
Wasser tropft von seiner Brille
Läuft ihm feucht durch seinen Bart
Klopft ihm auf die Schultern hart
Droht ihn zu ertränken
Im Gulli zu versenken
Doch NNEEIINN, BIO-MACHT ENTFESSELT!
WIE ER PLÖTZLICH KESSELT!
MIT HUNDERTACHTZIG IN DIE LUFT
NACH OBEN DURCH DIE HÄUSERKLUFT
RAKETENANTRIEB AN DEN SOHLEN
IDEE AUS DER NATUR GESTOHLEN
PFEIFT ZU SCHWARZEN WOLKEN AUF
PACKT NEN BLITZ AM HELLEN KNAUF
STECKT IHN SICH IN SEINEN MUND
ZIEHT IHN GROLLEND IN DEN SCHLUND
BRÜLLT WIE TAUSEND BIO-LEHRER
NUR LAUTER, TIEFER UND VIEL SCHWERER
ER ATMET AUS MIT DICKEN BACKEN
WWOOLLFFGGAANNGG WWAARR EERRSSTT LLEETTZZTT BBEEIIMM WWAACCKKEENN!!
SCHNAUFT UND PUSTET WOLKEN FORT
DANACH SAGT ER EIN LAUTES WORT
DAS ALLERSCHLIMMSTE, UNGEHEURE:
DDDEEESSSOOOXXXYYYRRRIIIBBBOOONNNUUUKKKLLLEEEIIINNNSSSÄÄÄUUURRREEE!!!
DAMIT, ALL SEINER KRAFT beraubt
Sich langsam zrück zum Boden schraubt
Mit schweren Füßen aufgesetzt
Fast am Bordsteinrand verletzt
Befühlt am Kopf die kahlen Stellen
Räuspert sich in rauhen Wellen
Einmal Hand gefahrn durchs Haar
Der Mund seufzt bayernd “Ach ja, jaaaa…”
Brill am Ärmel abgerieben
Uhr geguckt, “Oh, schon halb sieben…”
Und müde Augen gehen mit
Zu ihm nach Haus in trägem Schritt

Ein zweiter Unfall

6. September 2008

Durch Luca schießt Adrenalin
Er fährt die Strecke Rom – Turin
Schon fast am Zielort angekommen
Der Weg im Mondlicht leicht verschwommen
Der Fuß klebt fest am Gaspedal
Die Fahrbahn vor ihm frei und kahl
Bei eins neun null der Tachopfeil
Der Blick starrwach und tempogeil
Der Mund verzogen wie beim Pfeifen
Die Augen heiß am Mittelstreifen
Urplötzlich was am Sichtfeldrand
Die Augen zuckend hingewandt
Ein Mann hüpft irr in Lucas Spur
Mit schmutzigwilder Zausfrisur
Ne Feder sich ins Haar gesteckt
Abgerissen und verdreckt
Grinsend und bekloppt am Winken
Als wär er knapp vor dem Ertrinken
Luca reißt das Steuer rum
“Mio Dio, ist der dumm?!”

Kurz später kommt ein nächster Wagen
Sieht Luca sich vom Wrack wegtragen
Ruft handymäßig Ambulanz
- Achim ist schon weg. Weit. Ganz.