Archive for March, 2009

Komamok

17. March 2009

Fräulein Amok in der Ecke
Dreht die Augen nie zur Wand
Starrt nur stumm aus dem Verstecke
Unbedacht, fast unbekannt

Doch bisweilen braucht es Futter
Aus den Schatten schnappt sie zu
Nimmt sich Kinder einer Mutter
Daut in Lähmung, starrt in Ruh

Die Gedanken sind frei

1. March 2009

Der Mensch stellt nicht selten sehr seltsame Sachen
Im Geiste sich vor mal zu tun und zu machen.
Ich weiß aus Erfahrung sehr gut von den Dingen,
Die dann ungerufen aus Hirnfalten dringen.
So kam mir erst neulich beim müßigen Warten
Auf’s Taxi der Einfall, die Katze zu braten,
Die nachts immer gegen die Schlafzimmerscheibe
Die Pfote schlägt und auch den Kopf und den Leibe.
Das stört mich beim Ruhen und ich kann schon sagen,
Dass mir dieser Stress wohl auch drückt auf den Magen.
Nun hab ich gegrübelt in Schweiß und in Tränen,
In nächtlichem Wachen und täglich Migränen.
Und das, was bei rauskam, bei all den Gedanken,
Lässt mir doch mein Selbstbild ein klein wenig schwanken.
Das Tier, dieses arme, ergreifen, erstechen,
Skalpieren, zerstückeln, die Knochen zerbrechen?
Dann würzen und braten und essen und schmatzen
Und nie mehr geweckt sein von klopfenden Katzen?
Entsetzlich und grausam mit Blut und Organen,
Geschliffen und planvoll fast wie in Romanen!
Ein schreckliches Fest voller Toter und Leichen
Und giftigen Gasen, die Körpern entweichen!
Wie stinkende Kerker und Foltrer mit Glatze
Kam mir dieser Plan mit der bratenden Katze!
Und in dem Momentchen, als ich diesen dachte,
Fand ich ihn gerissen, ich gluckste und lachte!
Ich suchte im Sinn meine Töpfe und Pfannen,
Ich sah deutlich vor mir, wie Säfte gerannen,
Wie Blasen zerplatzten und Fasern zerfielen
Und fühlte Verlangen, mit Messern zu spielen.
Ich wollte – - Doch eigentlich sind solche Sachen
Nur Kopfkram und würd ich ja nie wirklich machen…