Ausschnitt

27. June 2009 by Dresi

[Fr 23:43]
Hallo, Süße, na, wie geht’s dir?
Ich? Such nur ein bisschen Spaß hier
- Ach, tatsächlich? – Klar doch, Schätzchen
Ich kenn da ein hübsches Plätzchen…

[Sa 00:17]
Fick mich, ohh, du geile Tussi
Gib’s mir, spreiz die süße Pussy
Jaa, mach schneller, weiter, weiter
Setz dich rauf und sei mein Reiter

[Mo 17:02]
Tag auch? Was? Nein, was? – Wie meinen?
Freitag Abend? Hatte keinen -
Ja, so eine süße Schnitte -
Vergewaltigt? Fünfzehn? – Bitte?

Fiebrich

22. June 2009 by Dresi

Och, mien Deern, has du n Schnupfen?
Potz un Blitz, wat gait dat flott!
Lot mi mo dien Stirn betupfen!
- Och, nu zier di nich, mien Jott!

Ach, du glühst joa, achdujechen!
- Up, mien Deern, nu fix in Bett!
Denn macht Tantchen dir en Teechen
Un du schaus bald wieder nett!

Von Frau zu Frau

5. June 2009 by Dresi

Du Kind einer Hündin! Du hässliche Schlampe!
Du Weibsstück mit Klauen! Du eklige Pampe!
Du dämliche Scheiße! Du spastisches Wichskind!
Du miese Kloake! Du krüppliges Mastrind!
Du blökende Ziege! Du sabbernde Fratze!
Du billige Hure! Du scheißende Bratze!
Du schmutzige Ratte! Du saublöde Kacke!
Du Klon ohne Eltern! Du picklige Backe!
Du dreckige Nutte! Du stinkende Fotze!
Du haariger Affe! Du schleimige Rotze!
Du kranke Gestörte! Du hinkende Wachtel!
Du schlampiges Miststück! Du strunzdumme Schachtel!
Du warzige Hexe! Du struppiger Besen!
Die Lücke zum Parken wär meine gewesen!

Herdmagie

30. May 2009 by Dresi

Tante Erna in der Küche
Zaubert herrliche Gerüche
Aus den Töpfen und den Pfannen
Und den Schalen und den Kannen

Schaut, die Neffen und die Nichten
Finden sich, entzückt zu sichten
Und schon vorzüglich zu preisen
Tante Ernas Schlemmerspeisen

Drückt die Nasen an die Scheibe!
Schaut das künstlerisch Getreibe!
Lugt mausstill um Tür und Schwelle
Und bestaunt die Ofenstelle!

Denn die Erna kocht Mirakel
Kulinarische Spektakel!
Führt mit jedem Mahl die Ihren
Glückvereint zu Tisch, dinieren

H1N1

2. May 2009 by Dresi

[24. April 2009]
Mexikanische Regionen
Melden erstmals Infektionen.
Man berichtet auch von Toten -
Höchste Obacht sei geboten.

[26. April 2009]
“Schweinegrippe! Tote Leute!”,
Titelt groß die BILD von heute.
“Killervirus!”, heißt es rot,
“Sind wir morgen alle tot?”

[27. April 2009]
Raunen schwebt wie eine Wolke
Über’m ganzen deutschen Volke,
Denn man liest von toten Leichen -
“…wird schon bald auch uns erreichen!”

[29. April 2009]
Hamburg meldet eine Kranke -
In ganz Deutschland ein Gedanke:
Schnell zur Apotheke laufen!
Atemschutz und Medis kaufen!

[1. Mai 2009]
Erste springen nun von Brücken -
“Wenn schon, dann aus freien Stücken!”
- Allgemeine Kopfmechanik:
Vor der Krankheit kommt die Panik.

Gondola Mafioso

24. April 2009 by Dresi

Sonnabend Morgen am Canale Grande
Still liegt die Dämm’rung auf Acqua und Lande
Erste Reflexe bespringen Paläste
In den Albergos erwachen die Gäste

Und in der Gondel, der schwarzen aus Holze
Liegt Don Alfredo, der dicke und stolze
Fast ob er schliefe, wenn nicht seine Stirne
Ein Loch zeigen würde bis auf das Gehirne

Er bettet das Haupte zudem auf Spaghetti
Als postumen Gruß von Familie Paletti
Und so schippert dieser nun Ex-Mafioso
Venedig hinunter zwar tot, doch grazioso

Fußgängerzonenintervention

19. April 2009 by Dresi

Neulich vor dem “Schuhhaus Tille”
Sagte mir ein fremder Mann,
Ich sei eine Mistbazille
Und dass ich ihn zünftig kann.

Ich befand mich grad gegangen
Auf dem Weg zu meinem Schatz,
Als der mich so abgefangen
Mit dem ungeheu’ren Satz.

Folglich blieb ich steh’n und fragte,
Was er wolle und was sei,
Worauf dieser Mensch mir sagte,
Mein Gehirn bestünd aus Schei.

Und weil ich ein Zeitgenosse
Bin der Hass nicht toleriert,
Sagte ich “Welch lustig Posse”
Und bin einfach fortmarschiert.

Zappenduster

5. April 2009 by Dresi

Erstickendes Dunkel umgibt mich
Steht dumpf und verstummt meine Augen
Der Atem presst sich nurmehr schwerlich
Ich fühle es schwarz an mir saugen

Ich glaube wohl bald zu verleben
Denn Leere begehrt mein Zerdrücken
Die Nacht will dem Tode mich geben
Doch dann dreh ich mich auf den Rücken

Komamok

17. March 2009 by Dresi

Fräulein Amok in der Ecke
Dreht die Augen nie zur Wand
Starrt nur stumm aus dem Verstecke
Unbedacht, fast unbekannt

Doch bisweilen braucht es Futter
Aus den Schatten schnappt sie zu
Nimmt sich Kinder einer Mutter
Daut in Lähmung, starrt in Ruh

Die Gedanken sind frei

1. March 2009 by Dresi

Der Mensch stellt nicht selten sehr seltsame Sachen
Im Geiste sich vor mal zu tun und zu machen.
Ich weiß aus Erfahrung sehr gut von den Dingen,
Die dann ungerufen aus Hirnfalten dringen.
So kam mir erst neulich beim müßigen Warten
Auf’s Taxi der Einfall, die Katze zu braten,
Die nachts immer gegen die Schlafzimmerscheibe
Die Pfote schlägt und auch den Kopf und den Leibe.
Das stört mich beim Ruhen und ich kann schon sagen,
Dass mir dieser Stress wohl auch drückt auf den Magen.
Nun hab ich gegrübelt in Schweiß und in Tränen,
In nächtlichem Wachen und täglich Migränen.
Und das, was bei rauskam, bei all den Gedanken,
Lässt mir doch mein Selbstbild ein klein wenig schwanken.
Das Tier, dieses arme, ergreifen, erstechen,
Skalpieren, zerstückeln, die Knochen zerbrechen?
Dann würzen und braten und essen und schmatzen
Und nie mehr geweckt sein von klopfenden Katzen?
Entsetzlich und grausam mit Blut und Organen,
Geschliffen und planvoll fast wie in Romanen!
Ein schreckliches Fest voller Toter und Leichen
Und giftigen Gasen, die Körpern entweichen!
Wie stinkende Kerker und Foltrer mit Glatze
Kam mir dieser Plan mit der bratenden Katze!
Und in dem Momentchen, als ich diesen dachte,
Fand ich ihn gerissen, ich gluckste und lachte!
Ich suchte im Sinn meine Töpfe und Pfannen,
Ich sah deutlich vor mir, wie Säfte gerannen,
Wie Blasen zerplatzten und Fasern zerfielen
Und fühlte Verlangen, mit Messern zu spielen.
Ich wollte – - Doch eigentlich sind solche Sachen
Nur Kopfkram und würd ich ja nie wirklich machen…