13. December 2009 by Dresi
Ich habe mit Janis Joplin getanzt, wir schwebten durch funkelnde Sphären
Der Mond und die Sterne verschwammen zu Sonnen, der Tanz schien uns ewig zu währen
Ich habe mit Jimi Hendrix gespielt, wir standen in Bomben und Flammen
Aus Sechs wurde Neun und aus West wurde Osten, wir führten die Saiten zusammen
Ich habe mit John Lennon geschlafen, wir schenkten der Welt unsre Herzen
Wir stellten uns vor, wie der Friede wohl wäre, wir zündeten Menschen und Kerzen
Nur Bobby McGee
Den traf ich nie
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29. November 2009 by Dresi
Bonjour, bonsoir, der werte ‘err!
Isch bitte sie, ja, bitte sehr!
Man trete nur rescht nah ‘eran,
Damit man auch gut se’en kann!
Sie waren schon mal da? Non? Ahh!
Ein neuer Kunde! Wunderbar!
So kommen Sie doch einmal mit!
Isch zeige Ihnen einen ‘it!
Die Cholera! Und ‘ier, die Pest!
Très bien laut Stiftung Warentest!
Allein bei uns im Angebot:
Für kleines Geld der große Tod!
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7. November 2009 by Dresi
Ein Marsch in bleichem Mondenschein
Kann etwas Wunderschönes sein
Wenn welke Blätter auf dem Grund
Zerknistern in die Stille und
Der Atem steht wie tot vor’m Mund
Als wenn das Leben dem Gebein
Entfleucht hinauf zu Mondes Schein
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7. September 2009 by Dresi
Schon viele lange Stunden lang
Sitz ich am Deutschbahnsitzplatzhang
Und atme alte Lüfte
Mir schrumpeln Genitalien
Wie ausgetrocknete Dahlien
Im sonnengegerbten Beet
Das Ziel ist fern, der Geist noch mehr
Ich wünsch mir Zuckerwatte her
Und grüne Elefanten
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27. June 2009 by Dresi
[Fr 23:43]
Hallo, Süße, na, wie geht’s dir?
Ich? Such nur ein bisschen Spaß hier
- Ach, tatsächlich? – Klar doch, Schätzchen
Ich kenn da ein hübsches Plätzchen…
[Sa 00:17]
Fick mich, ohh, du geile Tussi
Gib’s mir, spreiz die süße Pussy
Jaa, mach schneller, weiter, weiter
Setz dich rauf und sei mein Reiter
[Mo 17:02]
Tag auch? Was? Nein, was? – Wie meinen?
Freitag Abend? Hatte keinen -
Ja, so eine süße Schnitte -
Vergewaltigt? Fünfzehn? – Bitte?
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22. June 2009 by Dresi
Och, mien Deern, has du n Schnupfen?
Potz un Blitz, wat gait dat flott!
Lot mi mo dien Stirn betupfen!
- Och, nu zier di nich, mien Jott!
Ach, du glühst joa, achdujechen!
- Up, mien Deern, nu fix in Bett!
Denn macht Tantchen dir en Teechen
Un du schaus bald wieder nett!
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5. June 2009 by Dresi
Du Kind einer Hündin! Du hässliche Schlampe!
Du Weibsstück mit Klauen! Du eklige Pampe!
Du dämliche Scheiße! Du spastisches Wichskind!
Du miese Kloake! Du krüppliges Mastrind!
Du blökende Ziege! Du sabbernde Fratze!
Du billige Hure! Du scheißende Bratze!
Du schmutzige Ratte! Du saublöde Kacke!
Du Klon ohne Eltern! Du picklige Backe!
Du dreckige Nutte! Du stinkende Fotze!
Du haariger Affe! Du schleimige Rotze!
Du kranke Gestörte! Du hinkende Wachtel!
Du schlampiges Miststück! Du strunzdumme Schachtel!
Du warzige Hexe! Du struppiger Besen!
Die Lücke zum Parken wär meine gewesen!
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30. May 2009 by Dresi
Tante Erna in der Küche
Zaubert herrliche Gerüche
Aus den Töpfen und den Pfannen
Und den Schalen und den Kannen
Schaut, die Neffen und die Nichten
Finden sich, entzückt zu sichten
Und schon vorzüglich zu preisen
Tante Ernas Schlemmerspeisen
Drückt die Nasen an die Scheibe!
Schaut das künstlerisch Getreibe!
Lugt mausstill um Tür und Schwelle
Und bestaunt die Ofenstelle!
Denn die Erna kocht Mirakel
Kulinarische Spektakel!
Führt mit jedem Mahl die Ihren
Glückvereint zu Tisch, dinieren
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2. May 2009 by Dresi
[24. April 2009]
Mexikanische Regionen
Melden erstmals Infektionen.
Man berichtet auch von Toten -
Höchste Obacht sei geboten.
[26. April 2009]
“Schweinegrippe! Tote Leute!”,
Titelt groß die BILD von heute.
“Killervirus!”, heißt es rot,
“Sind wir morgen alle tot?”
[27. April 2009]
Raunen schwebt wie eine Wolke
Über’m ganzen deutschen Volke,
Denn man liest von toten Leichen -
“…wird schon bald auch uns erreichen!”
[29. April 2009]
Hamburg meldet eine Kranke -
In ganz Deutschland ein Gedanke:
Schnell zur Apotheke laufen!
Atemschutz und Medis kaufen!
[1. Mai 2009]
Erste springen nun von Brücken -
“Wenn schon, dann aus freien Stücken!”
- Allgemeine Kopfmechanik:
Vor der Krankheit kommt die Panik.
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24. April 2009 by Dresi
Sonnabend Morgen am Canale Grande
Still liegt die Dämm’rung auf Acqua und Lande
Erste Reflexe bespringen Paläste
In den Albergos erwachen die Gäste
Und in der Gondel, der schwarzen aus Holze
Liegt Don Alfredo, der dicke und stolze
Fast ob er schliefe, wenn nicht seine Stirne
Ein Loch zeigen würde bis auf das Gehirne
Er bettet das Haupte zudem auf Spaghetti
Als postumen Gruß von Familie Paletti
Und so schippert dieser nun Ex-Mafioso
Venedig hinunter zwar tot, doch grazioso
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